Renovierung oder Sanierung — wo liegt der Unterschied?
Die beiden Begriffe werden im Alltag oft vermischt, meinen aber Unterschiedliches. Eine Renovierung verbessert die Optik: streichen, neuer Boden, neue Oberflächen. Eine Sanierung behebt echte Schäden oder bringt veraltete Technik auf den heutigen Stand — etwa Elektrik, Leitungen oder Feuchtigkeit. Bei einer Modernisierung wird der Wohnwert gezielt erhöht, zum Beispiel durch ein neues Bad oder eine offene Küche. Welcher Umfang sinnvoll ist, entscheidet sich erst nach einer ehrlichen Bestandsaufnahme.
Die Bestandsaufnahme: der wichtigste Schritt
Bevor der erste Eimer Farbe gekauft wird, gehört der Altbau gründlich geprüft. Worauf es ankommt:
- Elektrik: Alte Leitungen ohne Schutzleiter oder zu wenige Steckdosen sind in Altbauten die Regel — und ein Sicherheitsthema.
- Feuchtigkeit: Feuchte Keller- oder Außenwände müssen vor jeder neuen Oberfläche behoben werden, sonst arbeitet das Problem unter der frischen Farbe weiter.
- Boden und Statik: Knarrende oder schiefe Holzböden verraten den Zustand der Substanz darunter.
- Fenster und Wärme: Einfachverglasung und undichte Rahmen treiben die Heizkosten — hier lohnt sich oft ein Austausch.
Unser Tipp: Lassen Sie diese Punkte von einem Fachbetrieb beurteilen, bevor Sie ein Budget festlegen. Eine versteckte Schwachstelle kann den Plan sonst mitten im Projekt umwerfen.
Der Ablauf Schritt für Schritt
Die richtige Reihenfolge ist im Altbau entscheidend, weil sich die Gewerke sonst gegenseitig die Arbeit zerstören. Bewährt hat sich dieser Ablauf:
- 1. Entkernung & Abbruch — alte Beläge, Tapeten und nicht tragende Wände entfernen.
- 2. Rohinstallation — neue Leitungen für Elektrik, Wasser und Heizung verlegen, solange die Wände offen sind.
- 3. Trockenbau & Putz — Wände schließen, Decken abhängen, Untergründe glätten.
- 4. Boden — Estrich oder Ausgleich, dann der neue Bodenbelag.
- 5. Malerarbeiten — Wände und Decken in der gewünschten Oberfläche.
- 6. Feininstallation & Reinigung — Steckdosen, Schalter, Leuchten, Bauendreinigung und Übergabe.
Der teuerste Fehler im Altbau ist die falsche Reihenfolge: Wer zuerst den schönen Boden verlegt und danach die Elektrik aufschlägt, zahlt am Ende doppelt.
Mit welchen Kosten Sie rechnen sollten
Pauschale Preise gibt es im Altbau nicht — zu unterschiedlich ist die Substanz. Als grobe Orientierung für 2026:
- Optische Renovierung (Malern, Boden, Kleinreparaturen): ca. 200 – 400 € pro m²
- Umfassende Modernisierung (zusätzlich Bad, Türen, Teilelektrik): ca. 400 – 700 € pro m²
- Kernsanierung (Elektrik, Sanitär, Grundriss, Dämmung): ca. 600 – 1.200 € pro m² und mehr
Planen Sie zusätzlich einen Puffer von 10 bis 15 Prozent für Unvorhergesehenes ein — im Altbau kommt fast immer etwas zum Vorschein, das auf den ersten Blick nicht sichtbar war.
So vermeiden Sie die häufigsten Fehler
- Ein Ansprechpartner statt vieler Einzelgewerke: Wer alle Arbeiten aus einer Hand vergibt, spart Koordination und Schnittstellenärger.
- Nichts unter Zeitdruck verstecken: Feuchtigkeit oder marode Leitungen erst beheben, dann verschönern.
- Festpreis nach Aufmaß: Ein verbindliches Angebot schützt vor bösen Überraschungen auf der Schlussrechnung.
- Qualität bei Untergründen: Gespartes Geld an Putz und Spachtel rächt sich, sobald das Licht seitlich auf die Wand fällt.
Häufige Fragen
Was kostet die Renovierung eines Altbaus pro m²?
Eine optische Renovierung liegt meist bei 200 bis 400 € pro m². Eine vollständige Kernsanierung mit Elektrik, Sanitär und Grundrissänderung kann 600 bis 1.200 € pro m² und mehr erreichen.
In welcher Reihenfolge renoviert man einen Altbau?
Erst entkernen und abbrechen, dann Rohinstallation, anschließend Trockenbau und Putz, danach Boden, Malerarbeiten und zuletzt Feininstallation und Reinigung.
Wie lange dauert eine Altbau-Renovierung?
Eine Schönheitsrenovierung dauert oft ein bis drei Wochen, eine Kernsanierung je nach Größe meist zwei bis vier Monate.